erschienen im Badischen Tagblatt am 3.11.2006
Optimale Energiebilanz und moderne Architektur verbinden
"Die Sonne ist die einzige Energiequelle, die wir auf der Erde haben", unter diesem Credo arbeitet der Ottenauer Architekt und Energieberater Christian Müller im Architekturbüro Müller + Partner. Bereits während seines Studiums beschäftigte sich Christian Müller mit dem Themenkomlex Ökobau und solares Bauen, erwarb danach die Zusatzqualifikation "energetische Gebäudesanierung" und besitzt als Energieberater die Kenntnisse, um Architektur und energiebewusstes Bauen in Einklang zu bringen.
Eine Energieberatung bezieht sich auf die umfassende Beratung über den baulichen Wärmeschutz, die Heizungsanlagentechnik und die Nutzung erneuerbarer Energien in Gebäuden. "Als Architekt und Energieberater arbeite ich unabhängig und neutral, beleuchte das ganze Spektrum von Energieeinsparmöglichkeiten, die bei Altbauten besonders groß sind", erklärt Müller. Ziel ist es, mit Energie hauszuhalten, unabhängiger von Gas und Öl zu werden, damit die CO2-Konzentration zu verringern und Geld zu sparen.
Eine ganzheitliche Energieberatung
läuft in mehreren Schritten ab: Das erste Augenmerk gilt der
Gebäudehülle. Dabei werden die vorhandenen Baustoffe an Außenwänden,
Kellerdecke und Dach analysiert. Dann wird die Anlagentechnik der
Heizung geprüft. Eine Schwachstellenanalyse spürt Mängel an Bauteilen
auf: Undichte Fenster, Wärmebrücken an auskragenden Balkonen ohne
thermische Trennung, mangelhafte Dämmung der Dachflächen, feuchte
Stellen oder Schimmelbefall, um nur einige zu nennen.
Nach der
umfassenden Bestandsaufnahme beginnt die Ausarbeitung eines
energetischen Konzeptes. Es werden verschiedene Varianten entwickelt,
deren Investitionskosten und die jährliche Einsparung ermittelt.
Genereller Tipp bei einer energetischen Sanierung: Erst die
Gebäudehülle dämmen und dann die Heizungsanlage erneuern, denn dadurch
kann diese geringer dimensioniert werden.
"Bei einer gewünschten
Unabhängigkeit von Gas oder Öl bieten sich Holzheizungen oder
Wärmepumpen an, die in Kombination mit Solartechnik hervorragende
Ergebnisse erzielen", beschriebt Christian Müller wesentliche
Lösungsansätze.
Eine umfassende Energieberatung schließt aber auch konkrete Hinweise auf günstige Finanzierungen und Fördermöglichkeiten mit ein. Der Architekt als Energieberater bietet dem Bauherrn neben der Beratung auch die Planung und die Umsetzung der gewünschten Variante aus einer Hand an.
Bei Altbauten, die vor der Wärmeschutzverordnung 1984 gebaut wurden, stecken enorme Energieeinsparpotentiale. Christian Müller kann aus eigener Erfahrung nachweisen, "dass mit durchdachten Maßnahmen Energieeinsparungen bis zu 70 Prozent erreicht wurden".
Als Beispiel dafür nennt der Ottenauer Architekt und Energieberater ein Zweifamilienhaus aus dem Jahr 1933 im Stadtteil Michelbach mit einer Nutzfläche von 130 Quadratmetern. Die Ölheizung liefert einen Heizwärmebedarf von 368 Kilowattstunden (KWh) pro Quadratmeter im Jahr, das entspricht einem Heizölbedarf von 4600 Liter pro Jahr. Nach der durch ihn erfolgten umfassenden Beratung und Umsetzung wichtiger Energieeinsparmaßnahmen sinkt der Heizwärmebedarf auf 70 KWh/qm im Jahr. Dies entspricht einem Ölverbrauch von 900 Liter im Jahr.
"Ich will als Energieberater und Architekt das energetische und architektonische Potential eines jeden Gebäudes ausloten und mit dem Bauherrn die optimale Lösung umsetzen," so Müller.